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Ist Ihr Risiko für chronische Migräne erhöht?

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, dass sich Ihre Migräne zu einer chronischen Migräne entwickelt. Wenn Sie diese Risikofaktoren kennen und angehen, können Sie diese Entwicklung verhindern oder eine bereits bestehende chronische Migräne verbessern. 

«Der Schmerz pocht, pulsiert und sticht. An einem schlechten Tag habe ich Schwierigkeiten, mein Bett zu verlassen, ganz zu schweigen von meinem Zuhause. Ich kann fast einen halben Monat nicht zur Arbeit AdobeStock 278231901 sebra 400gehen, kann nicht mit meinen Kindern spielen oder mich mit Freunden auf einen Kaffee treffen. Es gibt Wochen, in denen ich es kaum schaffe, meinen Platz in Ordnung zu halten. Mir ist fast immer übel, und alltägliche Gerüche bringen mich zum Erbrechen. Dunkelheit und Stille sind meine Freunde in letzter Zeit. Ich erkenne mich im Grunde nicht mehr». Dieses Zitat stammt von einer anonymen Migräne-Patientin, die ihre Krankheit beschreibt (May und Schulte 2016, siehe Referenzen unten.)

Wenn Sie einer der vielen Menschen sind, die mit chronischer Migräne leben, wissen Sie, wie sehr sich dies auf Ihr Leben auswirkt. Schätzungsweise 11-15% der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz erfüllen die Kriterien für Migräne. Und etwa 1-4% der Migräne-Patienten erfüllen die Kriterien für chronische Migräne.

Chronische Migräne wird durch die internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3) folgendermassen definiert:

  •  Kopfschmerztage an 15 oder mehr Tagen pro Monat,
  • während einem Zeitraum von 3 Monaten,
  • mit mindestens 8 Tagen unter Kopfschmerzen, die die Kriterien für Migräne erfüllen.

Eine chronische Migräne entwickelt sich in der Regel aus episodischer Migräne mit weniger als 15 Kopfschmerztagen pro Monat.

Faktoren, die das Risiko für eine chronische Migräne erhöhen

Es wurden bereits eine Vielzahl von Faktoren identifiziert, die zur Entstehung einer chronischen Migräne beitragen können. Die Risikofaktoren werden in zwei Kategorien unterteilt:
diejenigen, die Sie ändern können, und solche, die Sie nicht ändern können.

Zu den nicht veränderbaren Risikofaktoren gehören:

  • genetische Faktoren,
  • weibliches Geschlecht (die höchste Prävalenz in der Lebensmitte),
  • kaukasische Rasse,
  • ein schlechterer sozioökonomischer Status,
  • ein niedriger Bildungsstand,
  • Kopfverletzungen.

Beeinflussbare Risikofaktoren sind:

  • Schmerzmittelübergebrauch,
  • unwirksame Migränetherapie,
  • Koffeinüberkonsum,
  • Rauchen,
  • Schlafstörungen wie Schnarchen und Schlafapnoe,
  • belastende Ereignisse im Leben,
  • Begleiterkrankungen.

Häufige Begleiterkrankungen sind Depressionen, Angstzustände, Asthma, chronische Schmerzstörungen und Übergewicht. Diese Begleiterkrankungen können behandelt und damit das Risiko zur Entstehung einer chronischen Migräne reduzieren. Das gilt auch für die übrigen beeinflussbaren Risikofaktoren. Wenn Sie diese erkennen und verändern, kann das dazu beitragen, den Übergang zu einer chronischen Migräne verhindern. Dadurch kann sich eine chronische Migräne auch wieder in eine episodische Migräne zurückbilden. Auch eine Optimierung der Migränetherapie reduziert das Risiko.

Es ist besonders ermutigend, Risikofaktoren zu identifizieren, die modifiziert werden können. Je mehr wir über Migräne wissen, desto besser können wir sie behandeln. Das bedeutet mehr migränefreie Tage, mehr Freiheit, besseres Funktionieren und bessere Lebensqualität für Menschen mit Migräne.


VORBEUGUNG UND BEHANDLUNG VON CHRONISCHER MIGRÄNE

Wissen ist Macht. Wenn Sie Ihre eigenen Risikofaktoren verstehen und wissen, wie sie die Häufigkeit Ihrer Kopfschmerztage beeinflussen können, können Sie proaktiv auf Ihr Migränemanagement reagieren. Genetische Faktoren können nicht geändert werden. Doch die folgenden drei Dinge können Sie beeinflussen und mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen, um das Risiko für chronische Migräne zu reduzieren.

1. Ihre Kopfschmerztage nehmen an Häufigkeit zu.
In diesem Fall sollten Sie einen Kopfschmerzspezialisten aufsuchen, der Ihre akute und vorbeugende Migränetherapie verbessert.

2. Sie nehmen immer mehr akute Medikamente ein, um Ihre Anfälle und Kopfschmerztage zu bewältigen.
Auch in diesem Fall muss die akute und/oder vorbeugende Migränetherapie angepasst und verbessert werden. Überlegen Sie sich, mit welchen ergänzenden Therapie Sie die medikamentöse Therapie unterstützen könnten, zum Beispiel durch eine kognitive Verhaltenstherapie, Biofeedback oder Meditation. Überprüfen Sie anhand eines Kopfschmerzkalenders Ihre Trigger und passen Sie Ihren Lebensstil entsprechend an.

3. Es fällt Ihnen schwer, mit Ihrer Migräne umzugehen oder Sie leiden an einer Begleiterkrankung wie Depression oder Angstzuständen.
Diese Begleiterkrankungen stellen ein Risiko für chronische Migräne dar und sollten deshalb behandelt werden.

Wenn Sie die Entstehung einer chronischen Migräne vermeiden möchten oder bereits an chronischer Migräne leiden und Ihr Migräne-Management verbessern möchten - sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über diese drei wichtigen Themen. Die gute Nachricht ist, dass es eine breite Palette bewährter medikamentöser Behandlungen, Verhaltenstherapien und Anpassungen des Lebensstils gibt, die einen grossen Unterschied machen können.

Gemeinsam können Sie einen Plan entwickeln, der Ihnen hilft, die Entwicklung von chronischer Migräne zu vermeiden und/oder die Anzahl Migränetage und negativen Auswirkungen auf Ihr Leben zu senken. Unabhängig davon, wo Sie sich auf Ihrer Migräne-Reise befinden, können Sie Ihre persönlichen Risikofaktoren verstehen und angehen, um die Kontrolle zu übernehmen.

Mehr Migräne-Kontrolle bedeutet mehr Freiheit und weniger Leiden. Wer will das nicht?
Gerne unterstützen wir Sie dabei!

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Referenzen:
May, A., Schulte, L., H., Chronic Migraine: risk factors, mechanisms and treatment. Nat Rev Neurol. Aug, 2016;12(8):455-642.” Anonymous person with migraine, describing her illness. p. 455.
International Classification of Headache Disorders (ICDH-3).
Buse, Dawn, C., PhD., Greisman, Jacob D, BA., Baigi, Khosrow, MD., MPH., Lipton, Richard, B., MD., Migraine Progression: A Systematic Review. Headache: The Journal of Head and Face Pain, December;0:2-23.
MDedge/Neurology, Suboptimal Treatment of Episodic Migraine Increases Risk of Progression to Chronic Migraine. Neurology Reviews, July 12, 2013.
Buse, D. C., Greisman, J. D., Baigi, K. and Lipton, R. B. (2019), Migraine Progression: A Systematic Review. Headache: The Journal of Head and Face Pain, 59: 306-338.
Silberstein, Stephen, MD., Dodick, David, MD., Goadsby, Peter, MBBS. Interview, Biology of Migraine NeurologyLive, December 12, 2018
Serrano, Daniel, Lipton, Richard, B., Scher, Ann, I., et al., Fluctuations in episodic and chronic migraine status over the course of 1 year: implications for diagnosis, treatment and clinical trial design. The Journal of Headache and Pain, (2017)18:101
Buse, Dawn, C., PhD., Greisman, Jacob D, BA., Baigi, Khosrow, MD., MPH., Lipton, Richard, B., MD., Migraine Progression: A Systematic Review. Headache: The Journal of Head and Face Pain, December;0:2-23.


Bild: AdobeStock/sebra

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