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Ein Migränemittel gewinnt den «Prix Galien»

Der national und international renommierte «Prix Galien» wird seit über 40 Jahren jährlich für besonders innovative Forschungsleistungen der Pharmaindustrie verliehen. Im 2020 ging der Preis an das neue Migränemedikament Aimovig® mit dem Wirkstoff Erenumab. 

Prix Galien

Erenumab ist ein Wirkstoff aus der Klasse der Antikörper, der zur Vorbeugung von Migräne-Attacken eingesetzt wird. Weshalb dieses Medikament den «Prix Galien» verdient, erklärte Professor Dr. Reto W. Kressig, Mitglieder der Jury Prix Galien Suisse, bei der Preisverleihung mit folgenden Worten: «Der innovative immuntherapeutische Wirkansatz des Erstvertreters einer neuen Wirkstoffklasse zur Migräneprophylaxe sowie der hohe sozio-ökonomische Impact durch die massgebliche Reduktion von Attacken bei der weit verbreiteten Migräneerkrankung waren Hauptargumente für die diesjährige Preisvergabe an Aimovig®.»

Erste Prophylaxe, die speziell für Migräne entwickelt worden ist

Das Besondere an Aimovig® ist, dass wir erstmals über eine Prophylaxe verfügen, die speziell für die Migräne entwickelt wurde. Die konventionelle Migräneprophylaxe mit Betablockern, Antidepressiva oder Antikonvulsiva ist zwar wirksam. Doch gibt es häufig Probleme mit der Verträglichkeit ‒ von der schlechten Akzeptanz und Therapietreue ganz zu schweigen. Vor diesem Hintergrund bedeutete die erste spezifische Migräneprophylaxe mit Erenumab einen Durchbruch, und der CGRP-Antagonist wurde zurecht als Innovation in der Kategorie „Primary & Specialty Care“ mit dem Prix Galien 2020 ausgezeichnet. Dass erstmals Medikamente spezifisch für die Migräne entwickelt wurden, bedeutet auch, dass diese Erkrankung endlich ernst genommen und als das wahrgenommen wird, was sie ist.

Wenn CGRP gehemmt wird, tritt Migräne seltener auf

CGRP-Therapien Aimovig® bestehen aus monoklonalen Antikörpern. Der Effekt der monoklonalen Antikörper beruht auf der Bindung an das gefässerweiternde und entzündungsfördernde Neuropeptid Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP), welches bei der Auslösung der Migräne eine zentrale Rolle einnimmt. Wenn der schmerzauslösende Effekt von CGRP unterbunden wird, bleibt die Migräne-Attacke aus. Der erste Vertreter dieser CGRP-Inhibitoren war Erenumab (Aimovig®), welches seit 2018 in der Schweiz erhältlich ist. Mittlerweile sind mit Fremanezumab (Ajovy®) und Galcanezumab (Emgality®) hierzulande zwei weitere CGRP-Inhibitoren verfügbar.

Nicht nur wirksam, sondern auch gut verträglich

Bevor Aimovig® als Medikament zugelassen wurde, wurde seine Wirksamkeit und Sicherheit in sogenannten Zulassungsstudien untersucht. In diesen Studien zeigte sich die signifikante vorbeugende Wirkung und gute Verträglichkeit von Aimovig®, sowohl bei chronischer als auch bei episodischer Migräne. Aber nicht nur die Zahl der monatlichen Migränetage nimmt ab, sondern auch die Dauer und Intensität einzelner Attacken. Auch Migräne-bedingte Komorbiditäten wie Angst, Depression und Schlafstörungen verschwinden. Das spiegelt sich dann auch in einer spürbar verbesserten Lebensqualität wider. Und das Schöne dabei: Bei den meisten Patienten treten keine nennenswerten Nebenwirkungen auf, abgesehen von Schmerzen an der Injektionsstelle.

Aimovig KeystoneRascher Wirkeintritt

Für alle CGRP-Inhibitoren ist neben der guten Verträglichkeit und einfachen Dosierung der Vorzug des raschen Wirkeinstritts dieser innovativen Arzneimittel zu nennen. Diejenigen Patienten, die auf die Therapie ansprechen (sogenannte Responder), nehmen den positiven Effekt der Therapie bereits innerhalb des ersten Monats wahr. Bei den konventionellen Medikamenten zur Migräneprophylaxe hingegen musste erst die individuell geeignete Dosis gefunden werden, und dann dauerte es üblicherweise einige Monate, bis klar war, ob ein Patient zu den Respondern gehörte oder nicht.

Nur einmal im Monat ein kleiner Pikser

Ein weiterer Vorteil der monoklonalen CGRP-Antikörper ist die lange Halbwertszeit und ein entsprechend langes Dosierungsintervall. Das heisst, die Abstände zwischen den einzelnen Injektionen sind lang. CGRP-Antikörper werden in der Regel 1x pro Monat subkutan gespritzt. Die Migräne-Betroffene werden dadurch nicht mehr Tag für Tag daran erinnert, ein Patient zu sein. Wenn man sich diese positiven Eigenschaften vor Augen hält, bedeuten CGRP-Antagonisten wie Erenumab (Aimovig®), Fremanezumab (Ajovy®) und Galcanezumab (Emgality®) tatsächlich einen Wendepunkt in der Migräneprophylaxe.


Text adaptiert nach Medical Tribune Schweiz, Ausgabe 2020/26, u.a. nach dem Interview mit Dr. Colette Andrée

Bildquelle: keystone

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