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Wie unterscheidet sich Cluster-Kopfschmerz von Migräne?

Cluster-Kopfschmerzen sind seltene, aber sehr starke und immer einseitige Kopfschmerzen in der Schläfen- und Augenregion. Von dieser Kopfschmerzform sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Im akuten Anfall kommen Triptane in Form eines Pens oder Nasensprays zum Einsatz. 

Cluster Kopfschmerz AdobeStock 108636506 Syda Productions 400WVielleicht haben Sie das Wort «Cluster-Kopfschmerz» oder »Graupel-Kopfschmerz» schon einmal gehört. Clusterkopfschmerz weist einige Charakteristika auf, die sich deutlich von einer Migräne unterscheiden. Clusterkopfschmerz betrifft etwa 0,1% der Weltbevölkerung, Männern sind häufiger betroffen als Frauen.

Kurze, aber sehr heftige Attacken

Cluster-Kopfschmerzen fühlen sich an, «als ob man mit einem Messer ins Auge stechen würde». Diese Kopfschmerzen sind äusserst heftig und immer einseitig. Sie treten im Bereich der Schläfen und Augen auf und werden meist von Symptomen rund um das Auge begleitet, wie beispielsweise einem tränenden und geröteten Auge, einem geschwollenen Lid, einer Verengung der Pupille und einer laufenden Nase begleitet. Die Schmerzen machen Betroffene unruhig. Sie laufen umher und neigen dazu, mit dem Oberkörper zu schaukeln.
Die einzelnen Attacken sind zwar nur kurz und dauern zwischen 15 Minuten und 3 Stunden. Aber sie können bis zu achtmal pro Tag auftreten und Wochen oder Monate andauern. Dies steht im Gegensatz zur Migräne, die eine längere Attackendauer und eine geringere Häufigkeit aufweist. Cluster-Kopfschmerzen können episodisch (d.h. ab und zu mit mindestens drei Monaten Pause dazwischen) oder chronisch auftreten (mit weniger als drei Monaten Abständen dazwischen). Patienten mit Cluster-Kopfschmerzen neigen ähnlich wie Migräne-Patienten zur Entwicklung einer Depression. Die Hauptrisikofaktoren für Depressionen sind die Anzahl der Clusterperioden pro Jahr und weibliches Geschlecht.

Was verursacht Clusterkopfschmerzen?

Eine genaue Ursache konnte noch nicht definiert werden, es handelt sich um ein komplexes System, an dem viele Neuropeptide (Botenstoffe, die von Nervenzellen freigesetzt werden) beteiligt sind. Einer der wichtigsten Biomarker (charakteristische biologische Merkmale) für Clusterkopfschmerzen ist das Calcitonin-Gen-related Peptid (CGRP). In einer Studie konnte gezeigt werden, dass CGRP-Infusionen bei Cluster-Kopfschmerz-Patienten solche Attacken provozieren, insbesondere bei chronischen Clusterkopfschmerzen oder während der aktiven Phase eines episodischen Clusterkopfschmerzes. Es ist jedoch zu beachten, dass CGRP kein spezifischer Marker für Clusterkopfschmerzen ist und auch mit Migräne in Verbindung gebracht wird. Aus Studien an eineiigen Zwillingen und Verwandten ersten Grades von Patienten ist ebenfalls bekannt, dass Clusterkopfschmerzen eine genetische Komponente aufweisen. Es gibt jedoch keine grossangelegten genomweiten Vergleichsstudien, um bestimmte Genvarianten herausfinden zu können.

Behandlung

Die wichtigsten akuten Behandlungsmöglichkeiten für Cluster-Kopfschmerz sind Triptane (Sumatriptan Pen oder Zolmitriptan Nasalspray) oder 100% Sauerstoff bei hoher Durchflussrate. Als Alternative zu Medikamenten gibt es auch einige Neuromodulationsstrategien.


Literatur

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Bildquelle AdobeStock/Syda Productions

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