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Die Rolle von Progesteron bei Migräne und Schmerzen 

Haben Sie sich je gefragt, warum Frauen häufiger unter Migräne und chronischen Schmerzen leiden als Männer? Hormonelle Schwankungen spielen eine grosse Rolle, und aktuelle Forschungen lenken das Augenmerk auf die Progesteronrezeptoren im Gehirn.

AdobeStock 557559279 wellphoto mit ANN LogoWissenschaftler*innen haben in einer Tierstudie untersucht, wie diese Rezeptoren die Schmerzempfindlichkeit beeinflussen – und die Ergebnisse sind faszinierend. Weibliche Mäuse zeigten während des Zyklus in der Östrus-Phase eine erhöhte Empfindlichkeit auf mechanische Reize. Das bedeutet, dass sie in dieser Phase empfindlicher auf Berührungen reagierten als in anderen Zyklusphasen. Wurde Progesteron zugeführt, nahm die Schmerzempfindlichkeit zu – ein Effekt, der bei männlichen Mäusen und Jungtieren nicht auftrat.

Aber es wird noch interessanter: Ein Wirkstoff namens Segesteron, der gezielt die Progesteronrezeptoren aktiviert, führte zu ähnlichen Ergebnissen. Bei Mäusen, denen diese Rezeptoren genetisch entfernt wurden, blieb die Wirkung jedoch aus. Zudem zeigte sich, dass die Aktivierung der Progesteronrezeptoren die Kälteempfindlichkeit verstärkte, während Wärme- und Lichtempfindlichkeit unverändert blieben.

Die Studie gibt auch Einblicke in die Migräne: Progesteronrezeptoren werden in den Nervenbahnen, die für die Schmerzübertragung bei Migräne verantwortlich sind, exprimiert. Wurden diese Rezeptoren blockiert, verschwanden typische Migränesymptome. Ihre Aktivierung hingegen verstärkte die Symptome und erhöhte die Aktivität der an der Schmerzentstehung beteiligten Nervenzellen.

Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Migränetherapie – insbesondere für Frauen. Doch es gibt einen Haken: Einfach Progesteron zu verabreichen, reicht nicht. Die Forscher*innen betonen, dass eine gezielte Beeinflussung der Progesteronrezeptoren nötig wäre, um potenziell Migräne und chronische Schmerzen zu lindern.

Das Fazit? Progesteronrezeptoren könnten in Zukunft eine Schlüsselrolle in der Behandlung von Migräne spielen. Bis zur Anwendung beim Menschen ist es jedoch noch ein langer Weg. Die Studie liefert dennoch spannende Ansätze, wie geschlechtsspezifische Unterschiede in der Schmerzempfindlichkeit besser verstanden und genutzt werden könnten.

Ein kleiner molekularer Schalter im Gehirn – und ein grosser Schritt in der Schmerzforschung.

Referenz
Joshi S, Williamson J, Moosa S, Kapur J. Progesterone receptor activation regulates sensory sen-sitivity and migraine susceptibility. J Pain 2024; 25: 642-658.

Bild: Adobe Stock/Gorodenkoff

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