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Migräne und Ernährung: Welche Diät kann helfen? 

Migräne ist für viele Menschen ein belastender Begleiter im Alltag. Immer mehr Studien zeigen: Auch die Ernährung kann einen entscheidenden Einfluss auf Häufigkeit und Schwere der Attacken haben. Doch welche Ernährungsformen sind wirklich vielversprechend?  

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Lange Zeit galt Migräne als reine Kopfsache – doch inzwischen weiß man, dass auch der Lebensstil eine große Rolle spielt. Besonders die Ernährung rückt immer stärker in den Fokus der Forschung. Ein spanisches Wissenschaftsteam um Alberto Roldán-Ruiz hat nun alle hochwertigen Studien ausgewertet, die den Einfluss verschiedener Diäten auf Migräne untersucht haben.

Insgesamt wurden acht randomisierte, kontrollierte Studien mit über 700 Betroffenen in die Analyse aufgenommen. Das Ergebnis: Bestimmte Ernährungsweisen können tatsächlich helfen, Migräneanfälle zu verringern und ihre Intensität zu mildern. Die folgenden zwei Diäten zeigen eine besonders gute Wirkung:

1. Die ketogene Diät

Die ketogene Ernährung setzt auf viel Fett und sehr wenige Kohlenhydrate. Dadurch stellt der Körper seinen Stoffwechsel um und gewinnt Energie vor allem aus Fetten und sogenannten Ketonkörpern statt aus Zucker.

Drei der analysierten Studien untersuchten diese Ernährungsform. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die ketogene Diät sowohl die Häufigkeit als auch die Schwere von Migräneattacken senken kann. Als möglicher Grund gilt, dass das Gehirn durch die Ketonkörper eine alternative Energiequelle erhält, was bei Migräne von Vorteil sein könnte.

Die ketogene Diät ist sehr einseitig, schwer durchzuhalten und kann Nebenwirkungen haben. Sie eignet sich daher eher für kurzfristige Anwendungen unter ärztlicher Kontrolle.

2. Die DASH-Diät

Die DASH-Diät («Dietary Approaches to Stop Hypertension») wurde ursprünglich zur Blutdrucksenkung entwickelt. Sie basiert auf viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen. Rotes Fleisch, Zucker, Salz und gesättigte Fette werden weitgehend gemieden.

In zwei Studien zeigte sich: Die DASH-Diät kann die Zahl und Schwere der Migräneanfälle deutlich senken. Viele Teilnehmende nahmen zudem ab – auch das kann sich positiv auf Migräne auswirken. Ein weiterer möglicher Vorteil: Die blutdrucksenkende Wirkung der DASH-Diät könnte die Durchblutung im Gehirn verbessern und so Migräne lindern.

Weitere Ernährungskonzepte: Noch wenig belegt

Drei weitere Studien untersuchten andere Diäten, zum Beispiel eine fettarme vegane Ernährung. Auch hier gab es teils positive Effekte, doch die Studienlage ist zu dünn, um klare Empfehlungen auszusprechen.

Was haben erfolgreiche Diäten gemeinsam?

Obwohl sich die ketogene und die DASH-Diät stark unterscheiden, haben sie eine wichtige Gemeinsamkeit: Beide verzichten weitgehend auf Zucker, Fertigprodukte und gesättigte Fette.

Zucker, gesättigte Fette und stark verarbeitete Lebensmittel stehen im Verdacht, chronische Entzündungen zu fördern – ein möglicher Auslöser für Migräne. Pflanzliche Lebensmittel, wie sie in der DASH-Diät im Mittelpunkt stehen, liefern dagegen viele bioaktive Stoffe wie Polyphenole und Karotinoide, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken und so das Risiko für Migräneattacken senken könnten.

Und noch ein Tipp:

Wer seine Ernährung umstellen möchte, sollte individuelle Vorlieben, Lebensstil und eventuelle Begleiterkrankungen berücksichtigen – und sich im Zweifel ärztlich beraten lassen.

Fazit: Ernährung als Teil der Migränetherapie

Eine spezielle «Migräne-Diät» gibt es bislang nicht. Doch die Forschung zeigt: Eine bewusste Ernährungsumstellung kann ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Migräne sein – ergänzend zu Medikamenten und anderen Therapien. Besonders die DASH-Diät gilt aufgrund ihrer Ausgewogenheit und Alltagstauglichkeit als vielversprechende Option für viele Betroffene.

Quelle:
Roldán-Ruiz A. et al. Effects of Dietary Interventions in Patients With Migraine: A Systematic Review, Nutrition Reviews 2025 Jul 1;83(7):e1815-e1827.

Bild: Adobe Stock/Sea Wave

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