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Fragen am Kopfwehtelefon: Neugierig, was andere Betroffene beschäftigt oder wissen möchten?

Am Kopfwehtelefon beantwortet Dr. Colette Andrée regelmässig Fragen von Kopfwehbetroffenen. Vielleicht ist eine der folgenden Fragen auch für Sie interessant? 

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FRAGE:
Warum wirken manche Medikamente einige Monate lang und sind dann nicht mehr so wirksam und müssen in der Dosierung erhöht werden? Besteht die Gefahr, dass Medikamente nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr wirken?

ANTWORT:
Manchmal wird ein wirksames Migränemedikament gefunden, aber nach ein oder zwei Monaten scheint die Wirkung nachzulassen. Wird die Dosis des Medikaments erhöht, wirkt es auch wieder besser. Diese schrittweise Erhöhung der Dosis zur Aufrechterhaltung eines guten therapeutischen Nutzens ist nicht ungewöhnlich und wird in der Regel vor allem bei Medikamenten beobachtet, die über die Leber verstoffwechselt werden. Manche Medikamente führen dabei zu einer erhöhten Aktivität der Leberenzyme, so dass das Medikament noch effizienter verstoffwechselt wird. Der Körper wird also immer besser darin, das Medikament auszuscheiden. Deshalb werden immer höhere Dosen nötig, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Allerdings können bei hohen Dosen auch vermehrt Nebenwirkungen auftreten, die den Nutzen des Medikaments einschränken. Ist das der Fall, sollte auf ein anderes Medikament gewechselt werden.


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FRAGE:
Warum lösen visuelle Impulse Migränesymptome aus? Zum Beispiel beim Autofahren oder bei der Benutzung von Computern, beim Scrollen usw.?

ANTWORT:
Wir wissen, dass viele Migränepatienten während ihren Anfällen lichtempfindlich sind. Aber auch zwischen den Anfällen können helles Licht oder visuelle Bewegungen einen Migräneanfall auslösen. Die Forschung hat eine Verbindung zwischen Schmerzfasern in der Dura und visuellen Fasern nachgewiesen. Während eines Migräneanfalls erhöht Licht tatsächlich das Feuern empfindlicher Schmerzneuronen in der Dura. Das erklärt, warum Licht während eines Migräneanfalls «schmerzen» kann. Das Gehirn eines Migränepatienten kann als «empfindliches Gehirn» bezeichnet werden. Die Empfindlichkeit beschränkt sich nicht nur auf helles Licht, sondern auch auf bestimmte Wellenlängen des Lichts sowie auf sensorische Reize im Allgemeinen. Dazu gehören Reize, die eine starke Verarbeitung visueller Informationen erfordern, wie z. B. das Betrachten eines Computerbildschirms beim Scrollen, das Vorbeifahren an einem Wald, der Schatten auf die Strasse wirft, oder das Gehen durch einen Gang im Supermarkt. Jeder einzelne Migränepatient hat seine eigenen Empfindlichkeiten und lernt, welche Situationen ihn am ehesten provozieren. Das irritierende an Computerbildschirmen ist das Licht im blauen Spektrum, das sie ausstrahlen. Blaues Licht irrigiert das zentrale Nervensystem am stärksten. Viele Patienten mit chronischer Migräne profitieren deshalb im Alltag vom Einsatz einer Blaulichtfilter-Brille.

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FRAGE:
Was ist das durchschnittliche Alter für den Beginn einer Migräneerkrankung?

ANTWORT:
Das durchschnittliche Alter beim Beginn einer Migräneerkrankung variiert je nach Migräneform.

Im Folgenden finden Sie das durchschnittliche Erkrankungsalter für die häufigsten Migräneformen bei Kindern:


  • Migräne mit Aura
Mädchen ab durchschnittlich 12,5 Jahren
Jungs ab durchschnittlich 5 Jahren

  • Migräne ohne Aura
weiblich = 15,5 Jahre
männlich = 10,5 Jahre

  • Benigner paroxysmaler Schwindel im Kindesalter ab durchschnittlich 3,7 Jahren
  • Abdominal-Migräne/ Zyklisches Erbrechen ab durchschnittlich 6,5 Jahre
  • Gutartiger paroxysmaler Schiefhals im Säuglingsalter ab durchschnittlich 8,9 Monaten


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Referenzen
Winner P, Hershey AD. Epidemiology and diagnosis of migraine in children. Curr Pain Headache Rep. 2007 Oct;11(5):375-82.
Al-Twaijri WA, Shevell MI. Pediatric migraine equivalents: occurrence and clinical features in practice. Pediatr Neurol. 2002 May;26(5):365-8.
Brodsky J, Kaur K, Shoshany T, Lipson S, Zhou G. Benign paroxysmal migraine variants of infancy and childhood: Transitions and clinical features. Eur J Paediatr Neurol. 2018 Jul;22(4):667-673.

Bild: AdobeStock/zakalinka/rolffimages/New Africa

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